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Rolf Bökemeier (15. 04. 1932 - 08. 05. 2007)

Der Freundeskreis für Römerforschung im Weserbergland trauert um Rolf Bökemeier. Mit ihm verliert er eines seiner engagiertesten Mitarbeiter. Er verdankt seinem herausragenden Mitarbeiter nicht nur breiten einschlägigen Diskussionsstoff, sondern eine Fülle konkreter zielgerichteter Anregungen, die er forschungsorientiert einerseits aus unermüdlicher Beschäftigung mit den antiken Quellen und archäologischer Fachliteratur gewann, zum anderen durch mit Elan ausgeführte Erkundungen und Begehungen auf fund- und befundhöffigen Plätzen seiner angestammten Heimat Ostwestfalen-Lippe.

Angeregt durch die verdienstvollen Wege- und Römerlagerforschungen Ludwig Hölzermanns interessierte er sich geradezu leidenschaftlich mit Hilfe der Luftbildarchäologie unter Einschluss russischer D-Sat-Aufnahmen und spezieller Infrarot-Aufnahmen, besonders des ostwestfälischen Infrarot-Luftbildpioniers Alfons Koch, für auffällige Geländestrukturen im östlichen Westfalen, und zwar wohl wissend, wie schwierig eine Beurteilung dieser Merkwürdigkeiten am Boden sein würde und wie sehr es darauf ankam, datierende Funde zu bergen.

In seinem nunmehr wie ein Vermächtnis dastehenden letzten Werk "Römer an Lippe und Weser - neue Entdeckungen um die Varusschlacht im Teutoburger Wald", Höxter 2004 (272 S., 8 Farbtafeln, über 230 Abbildungen!) hinterlässt er nicht nur Thesen, Vorschläger, Interpretationen und Mahnungen, sein Buch wirkt auf den unvoreingenommenen Leser, wenn er sich etwas mit der schwierigen Materie, die viele Fallstricke bereithält, auskennt, wie das Angebot einer Materialsammlung, aus der an der Region Interessierte auch nach Jahren noch Anstöße zu vertiefender Forschung erhalten können. Um nur wenige Beispiele herauszugreifen: Da er auf Luftfotos in der Nähe von Sommersell, Kreis Höxter, sogar gleich zwei römische Militäranlagen ausgemacht zu haben glaubte und mit Herz sich für eine Untersuchung einsetzte, war er über den archäologisch unkontrollierten Tonabbau mehr als enttäuscht. Ähnliche Strukturen vermeldete er nach dem Studium von Luftbildern aus den Archiven von Koch und Hoinkis im nahen Holzhausen und bei Hohehaus. Eine große Freude war für Rolf Bökemier, dass sich der Freundeskreis für Archäologie in Niedersachsen mit Gästen aus Ostwestfalen 2003 auf einer wesentlich von ihm vorbereiteten dreitägigen Exkursion von Oerlinghausen ausführlich für seine bevorzugten Fundstellen auf dem berühmten Winnfeld in Sichtweite des Hermannsdenkmals interessierte und für z. B. die Pässe Horn und Stapellage und die Wistinghauser Schlucht, um nur einen Teil zu zitieren.

Im Rückblick bleibt der Eindruck dass Rolf Bökemeiers Interesse gerade am Bereich in und um Stapellage, wo er nördlich der alten Kirche "Auf den Windhausfen" eine Probegrabung initiierte, die man u. U. wieder aufnehmen könnte, und nicht zuletzt auf dem Fundacker des überregional bekannten Hofes Krawinkel ernsthaft weiterverfolgt werden sollte.Gern hätte er noch selbst die Forschungen des 2004 verstorbenen langjährigen Stapellager Forschers Leopold Möller fortgesetzt, der ihm bei seinem letzten Besuch zuraunte: "Machen Sie weiter ..", zumal er sich durch neue Luftbilder bestätigt sah.

Seit 2004 war Lügde Rolf Bökemeiers bevorzugtes Forschungsobjekt, wo er an der Emmer eine Vielzahl aussagekräftiger Strukturen auf den von ihm initiierten Luftfotos wahrnahm und aus der Homepage seiner "Römerfreunde-Weser", deren Mitgründer er war, als mögliche römische Lager diskutierte. Sein letzter Beitrag auf der Homepage des FAN zeigte erneut, wie sehr ihm die Bedeutung der römischen Fundnumismatik bewusst war.

Rolf Bökemeier wird seinen Freunden als liebenswerter rastlos Suchender in Erinnerung bleiben, der es verdient hat, dass seine ganz speziellen archäologischen Anliegen auch über das bevorstehende Gedenkjahr 2009 hinweg nicht in Vergessenheit geraten.

(C) Freundeskreis "Römerforschung im Weserbergland"!

Dieser Ausdruck wurde von der Internetseite http://www.roemerfreunde-weser.info gemacht.